Letztens ist mir aufgefallen das immer mehr meiner Freunde die Sternspurenfotografie ausprobieren. Ein wirklich interessantes Thema, wie ich finde. Euch wollte ich das natürlich nicht vorenthalten. Deshalb folgen nun ein paar: Tipps und Tricks zur Sternspurenfotografie

Damit deine Fotos eindrucksvoll werden solltest du auf jeden Fall den Polarstern in deine Fotos mit einbeziehen. Der Polarstern befindet sich ungefähr am Punkt der verlängerten Erdachse weshalb er in einer Nacht auch fast vollkommen Still am Himmel steht, während sich alle anderen Sterne scheinbar um ihn herum bewegen. Zum Fotografieren suchst du dir am besten einen dunklen Standpunkt. Die Blende öffnest du so weit wie du kannst und den ISO Wert stellst du so hoch wie möglich ein. Du solltest jedoch darauf achten das, dass Bildrauschen nicht zu stark wird. Für einen guten „Sternschnuppeneffekt“ ist es wichtig, dass du nicht zu lange belichtest. Die Belichtungszeit sollte nicht länger als 60 Sekunden andauern. 20-30 Sekunden sind optimal. Warum das so wichtig ist erkläre ich später. In einem Zeitraum von ca. 1-2 Stunden solltest du nun mit immer denselben Einstellungen nach und nach ein Foto machen. So bekommst du später einen schönen Sternschnuppeneffekt. Um dir die Arbeit etwas zu erleichtern empfehle ich eine programmierbare Fernbedienung. Das macht die Nacht um einiges angenehmer da du nicht ständig aufpassen musst rechtzeitig wieder auszulösen. Wenn du alle Fotos im Kasten hast, geht es an die Bearbeitung. Ich arbeite mit Photoshop CS6. Lade zuerst alle Einzelfotos auf deinen Rechner. Wenn du im RAW Format fotografiert hast kannst du erste kleine Korrekturen direkt als Stapelverarbeitung durchführen. So wird jedes Einzelbild exakt gleich angepasst. Speicher danach alle Einzelfotos (am besten in einem extra Ordner) als .bmp oder .tif ab. Dann öffnest du alle Fotos mit Photoshop. Jetzt geht es an den Sternschnuppen Effekt. Dieser lässt sich sehr einfach umsetzen. Stelle alle Ebenen (außer das Ausgangsfoto) auf den Ebenenmodus „Aufhellen“. Dabei wirst du sehen, dass sich Sternspuren bilden. Setze nun die Deckkraft der einzelnen Ebenen Schritt für Schritt um 1-2% herunter. Damit man die Rotationsrichtung der Erde optisch richtig sichtbar wird musst du aufpassen, dass du mit der richtigen Ebene beginnst.

Das Foto das du als erstes geschossen hast bekommt eine Deckkraft von nur 1%. Wenn du mit dem letzten Foto beginnst verläuft der Effekt genau in die andere Richtung. Hier musst du entscheiden was dir besser gefällt. Setzte also Ebene für Ebene nach und nach auf eine immer höher werdende Deckkraft. Du wirst schnell sehen, dass ein sanfter Übergang von dunklem Himmel zu hellem Stern entsteht. Das ist der gewünschte „Sternschnuppeneffekt“!

Bringe am Ende alle Ebenen auf eine einzelne, um die Speichergröße des Bildes zu senken.

Viel Spaß beim Ausprobieren

Bildquelle: © Roland Störmer