Gewitter. Schon seit Ewigkeiten üben sie eine riesige Faszination auf uns aus. Auch für viele Fotografen ist es sehr reizvoll diese Naturgewalt auf einem Foto festzuhalten. In diesem Artikel geht es um alles was du beachten musst um beim nächsten Unwetter die besten Ergebnisse zu erzielen.

Wenn du planst ein Gewitter fotografisch festzuhalten solltest du den Wetterbericht aufmerksam verfolgen um eventuelle Gewitterwarnungen rechtzeitig zu erkennen. Denn um ein Gewitter zu fotografieren musst du selbstverständlich wissen, wann und wo es zu Gewittern kommen kann. Mit der Hilfe einiger Online-Dienste ist es außerdem möglich Blitze genau zu orten. So kannst du herausfinden in welcher Region durchschnittlich die meisten Blitze vorkommen. Optimal ist es wenn du die Gewitterzelle rechtzeitig erkennst um noch vor dem Eintreffen der Zelle die Fotos zu machen. Dies ist möglich da die meisten Blitze bereits aus sehr großer Entfernung sichtbar sind. So entkommst du dem Regen und den meist heftigen Winden.

Das alles entscheidende beim fotografieren von Gewittern ist der Zeitpunkt. So wirkt ein Bild von einem nächtlichen Gewitter um einiges Interessanter als das von einem Gewitter am Tag. Des Weiteren ist das fotografieren von Blitzen in der Nacht wesentlich einfacher, da in diesem Fall nur länger belichtet werden muss. Wenn du die Möglichkeit hast ein Gewitter bei Nacht zu fotografieren so nutze diese in jedem Fall. Da die Gewitterstimmung tagsüber durch die helle Umgebung und die wesentlich kürzere Belichtungszeit auf den Bildern meist nicht wirklich spürbar ist. Wenn du trotzdem am Tag shooten willst kann dir ein Graufilter Abhilfe schaffen, dieser sorgt dafür dass weniger Licht auf den Sensor kommt und du dadurch länger belichten kannst.

Von großer Wichtigkeit ist auch der Standpunkt. Ein Gewitterfoto auf dem kein Niederschlag zu sehen ist ist prinzipiell schöner aus als ein regnerisches Gewitterbild. Schon aus diesem Grund ist es sinnvoll, vor dem Gewitter vor Ort zu sein. Nutze einen Niederschlagsradar um die Zugbahn des Gewitters zu erkennen. So findest du schnell heraus wo du dich am besten positionieren kannst. Nun kannst du das Gewitter ohne störenden Regen fotografieren. So wird das Projekt „Gewitterfotografie“ an sich erträglicher und auch deine Ausrüstung wird es dir danken. Wenn du keinen Regen freien Standort findest, passe auf deine Ausrüstung auf. Benutze einen Regenschutz der für deine Kamera geeignet ist. Geschützte Standorte wie Brücken sind nicht nur für die Gesundheit deiner Kamera sondern auch für deine eigene Gesundheit von großem Vorteil. Da diese dich und deine Technik nicht nur vor Regen sondern auch vor Blitzeinschlägen schützen. Mehr dazu gleich. Wähle natürlich trotzdem einen Ort der dir ein ansprechendes Motiv ermöglichst. Wenn du den Standort selbst ohne Gewitter schön und interessant findest wird er mit Gewitter noch tausendmal faszinierender aussehen.

Da es bei der Gewitterfotografie, wie weiter oben im Artikel schon erwähnt, zu langen Belichtungszeiten kommt ist das nutzen eines Stativs absolut Pflicht. Um einen großen Teil des Himmels auf ein Bild zu bekommen wäre die Nutzung eines Weitwinkelobjektivs sehr sinnvoll. Behalte jedoch immer etwas Boden im Bildausschnitt. Wenn du kein Weitwinkelobjektiv besitzt ist ein Zoom Objektiv eine gute Alternative. Um eventuell auftretende Wackler im Bild zu vermeiden kannst du auch einen Fernauslöser nutzen, dies ist aber nicht unbedingt notwendig. Die Kameraeinstellungen sind bei der Gewitterfotografie sehr unterschiedlich. Zum Beispiel gibt es Gewitter bei denen viele Blitze auftreten ,was es dir ermöglicht kürzer zu Belichten als bei einem Gewitter bei dem nur vereinzelt Blitze auftreten. Auch die Umgebung deines Standpunktes beeinflussen deine Kameraeinstellungen. Sie ist dafür verantwortlich welche Blendenöffnung du wählst also ob du also eher viel von deiner Umgebung im späteren Bild sehen willst oder ob das Augenmerk auf dem Blitz liegen soll. Ratsam ist es im manuellen Modus zu fotografieren. Ein niedriger ISO Wert wie ISO 100 oder ISO 50 ist für die Nachtfotografie besonders gut geeignet da so Rauschen auf dem Bild vermieden wird. Die Wahl der Blende ist dir selber überlassen. Auf der sicheren Seite bist du wenn du die Blende auf den Wert f8.00 stellst. Die Belichtungszeit liegt bei einem Gewitter zwischen 5 und 30 Sekunden. Du musst selber entscheiden wie viele Blitze du auf deinem Foto haben möchtest. Ist das Gewitter stark solltest du nicht zu lange belichten um Überbelichtungen zu vermeiden. Ist das Gewitter jedoch weniger stark ist eine längere Belichtung von Vorteil da sich so die Chance erhöht das du einen Blitz auf das Foto bekommst.

Bevor du dich jetzt aber ins Unwetter stürzt achte immer auf deine eigene Sicherheit. Kein Bild der Welt ist es wert das du dafür Kopf und Kragen riskierst. Achte drauf das dein Standort dir immer die Möglichkeit bietet dich schnell zurückzuziehen. Selbst wenn es dein eigenes Auto ist. Holzhütten oder Zelte bieten KEINEN ausreichenden Schutz. Achte auch auf genügend Sicherheitsabstand zu metallischen Gegenständen. Aber das sollte einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand sagen.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim nächsten Unwetter.

 

Vielen Dank an Lucas Albarus für diese klasse Gewitteraufnahme.