Interview mit „Gabor Richter“

Hallo Gabor, am Anfang wollte ich fragen ob du uns vielleicht etwas über dich erzählen möchtest?

Ja klar gerne. Ich bin wie du schon erwähnt hast bin ich der Gabor und komme aus Villingen, das im schönen Schwarzwald liegt. Dort habe ich zwei Ausbildungen gemacht. Eine als Kaufmann und die zweite als Mediengestalter. Verliebt habe ich mich damals in die digitale Bildbearbeitung die heute noch mein Herz schneller schlagen lässt. Um noch tiefer in diesen Bereich abtauchen zu können, habe ich mich damals bei Calvin Hollywood bei Heidelberg als Assistent beworben. Dort bin ich inzwischen seit vier Jahren und liebe meinen Job in der Fotografie und der digitalen Bildbearbeitung immer noch. Inzwischen bin ich auch als Familienmensch heran gewachsen. Ich heirate im nächsten Sommer und habe einen Sohn der uns auf Trapp hält.

 

So wie ich das sehe hast du deine Arbeiten in 4 Kategorien unterteilt: Action Scenes, Comic Style, Potrait und Movie Poster – wie kams dazu?

Naja. Im Laufe der Jahre entwickelt man so eine eigene Richtung auf die man Lust und Spaß hat. Ich habe sehr viel probiert und noch lange nicht alles veröffentlicht, was ich jemals am Rechner gemacht habe. Es gibt sehr viele Bilder die ich wie ein Weltmeister retuschiert oder gemalt habe. Ich würde auch behaupten das da ein paar coole Sachen dabei sind, doch veröffentlichen würde ich es jetzt nicht. Die vier Kategorien die bei mir präsentiert werden, sind so meine Steckenpferde geworden. Alles andere war eher ein Experiment.

 

Was ist das Spannende oder Wichtigste was du durch die Fotografie gelernt hast?
Spannend?

Hmm.. wahrscheinlich das nach dem Auslösen eines Bildes noch nicht alles passiert ist. Ich finde es immer wieder verrückt was aus so einem noch rohen Bild entstehen kann. Ich meine da steht eine Person im Studio vor einem neutralen Hintergrund. Das Bild ist gemacht und jetzt muss man sich vorstellen wie die Person in eine völlig neuen Szene gesteckt wird, wo die Person “jetzt” natürlich nicht ist. Das finde ich unheimlich spannend!
Das wichtigste dabei ist für mich diese Vorstellung dafür auch beim Shooting zu haben. Aber da lerne ich heute noch ständig dazu.

 

Was ist denn derzeit dein Lieblingsbild und würdest du es uns zeigen und vielleicht ein, zwei Sätze dazu sagen?

Das ist eine üble Frage. So ein richtiges Lieblingsbild habe ich eigentlich nicht. Das liegt daran, dass ich mich selber schon daran satt gesehen habe. Aber wenn es ein Bild gibt worauf ich stolz bin, dann ist es mein Abenteuer Bild.

Es war eines meiner ersten größeren Projekte wo ich kaum Erfahrung mit rein bringen konnte. In dem Bild stecken viele fotografische Element aber auch ganz andere Sachen. Die Brücke und das Gebäude habe ich damals mit meinen ersten Schritten in 3D gemacht. Der Wolf oben rechts habe ich mit eigenen Pinselspitzen gemalt.

 

© Gabor Richter

© Gabor Richter

 

 

Wie läuft so ein Prozess bei dir ab – von der Idee, bis zur Umsetzung und Nachbearbeitung?

Erst einmal muss die Idee passen. Das wichtigste bei mir ist, dass es auch eine realistische Idee ist. Ich hab mich schon extrem geärgert, als ich versuchte ein Projekt umzusetzen, bei dem ich erst gar nicht an die passenden Kulissen, Kostüme oder Accessoires gekommen bin. Inzwischen verläuft das ganze entspannter und organisierter bei mir ab. Ich lerne eine Person kennen, mit der ich gut zurecht komme. Diese Person hat dann meist Kulissen, Kostüme oder andere Dinge an die ich selber nicht ran komme. Wenn ich dann alleine bin, überlege ich mir was ich mit den neu vorhanden Sachen anfangen könnte und so entsteht meine Bildidee. Wenn ich eine Idee habe, erstelle ich ein Scribble und eine Checkliste für alles was nötig ist um dieses Bild zu erstellen. Ich vereinbare mit dem Modell oder der Person, welche die ganzen Kostüme hat einen Termin. Wenn der fix ist suche ich mir Leute die assistieren können. Sehr häufig habe ich gleichzeitig eine Facebook Gruppe mit all den Leuten, die ich alle auf dem Laufenden halte, was Termin, Location und Bildidee angeht.

 

Hast du ein neues Projekt in Planung, bei dem wir vielleicht ein bisschen reinschauen
dürften?

Aktuell arbeite ich viel an Auftragsarbeiten, da ist nicht so viel Luft für eigene Projekte. Doch es gibt ein Projekt von mir das noch nicht ganz fertig ist. Vor einigen Wochen habe ich Dennis Kreativlos mit seinen ganzen Batman Masken und auch anderen Helden Masken fotografiert. Es sind schwarz/weiß Portraits. Der Plan war ein Behance Projekt daraus zu machen.

 

© Gabor Richter

© Gabor Richter

 

 

 

Wie würdest du denn in drei Worten deinen Stil beschreiben?

Surreal. Humorvoll. Detailreich.

 

Was findest du toll daran, ein Künstler zu sein?
Ich finde es faszinierend etwas im Kopf zu haben und das ganze in einem Bild zu realisieren. Andere Menschen können das sehen, was du dir in deinem Kopf ausgemalt hast. Das finde ich geil!

 

Woher holst du deine Inspirationen und deine Motivation?

Inzwischen von überall. Doch alles kann schon garnicht mehr umgesetzt werden. Mein Kopf ist ständig am rattern das man sich da auf das Wesentliche konzentrieren muss. Aber wenn ich ein Beispiel geben sollte, dann wären es Filme. Mir ist oft schon die Handlung nicht mehr so wichtig. Ab und zu könnte ich auch echt den Ton weg lassen, weil die bewegten Bilder meine volle Aufmerksamkeit haben.

 

Zum Abschluss – Was würdet ihr allen angehenden Fotografen für die Zukunft mitgeben?

Lieber mal etwas mehr machen und auch wagen, als zu lange überlegen und es am Ende doch nicht zu tun. Egal wie kompliziert alles sein kann, wir selbst sind die einzigen die uns selber im Weg stehen.

By | 2017-11-26T13:12:02+00:00 August 31st, 2014|Interview|0 Kommentare
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