Interview mit „Francesco Rizzato“

Hallo Francesco, zu Anfang wäre es schön erst einmal etwas über dich zu erfahren! Könntest du mir daher vielleicht etwas über dich erzählen?

Hallo Laura und vielen Dank für die Einladung zum Interview. Ich bin Italiener und wohne in München, ich habe einen Business Hintergrund und in letzter Zeit widme ich mich zunehmend etwas total anderem, der Fotografie!

 

Zur ersten Frage noch ein kleiner Zusatz;  Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Jeder setzt sich früher oder später mal mit Fotografie auseinander, aber nur einige bleiben wirklich dabei. Mich hat die Fotografie schon als Kind gefesselt, als ich kaum erwarten konnte die Kamera meines Vaters in den Händen zu halten.

Aber so richtig gepackt hat mich diese Beschäftigung erst im letzten Jahr, als ich angefangen habe Menschen zu fotografieren. Mit Sicherheit habe ich in diesem Jahr mehr Fotos gemacht als je zuvor…  Und das ist auch besser so, weil sonst hätte mein Vater viel zu viele Negative entwickeln müssen!

 

Wie sieht bei dir die Planung von einer Idee bis zum Endprodukt aus? Hast du öfter mal Angst deine Ideen nicht perfekt umzusetzen?

Ich plane meine Arbeit nicht systematisch. Ich habe immer viele Ideen die in meinem Kopf herum schwirren, nicht immer gute, aber immer viele!

Sobald du die richtige Idee hast liegt es nur noch daran das richtige Team für die Umsetzung zu finden. Ein Team, das auch andere Ansichten hat und kreative Impulse gibt. Tatsächlich läuft es darauf hinaus ein lebendes Konzept zu bearbeiten und man weiß nie wie das Ergebnis aussieht… Spannend oder?

Und ja, da ist immer eine gewisse Sorge bei einem Shooting. Das hat damit zu tun das Beste aus der Situation machen zu wollen und die Erwartungen des Teams zu erfüllen.

 

Du fotografierst am meisten Menschen, so wie ich das sehe – fotografierst du lieber Indoor oder Outdoor?

Ich fotografiere meistens Indoor, da Studio-Shootings generell viel leichter zu planen und umzusetzen sind, besonders bei Auftragsarbeiten.

Aber ich freue mich immer total wenn ich die Möglichkeit habe draußen zu shooten!

 

Wenn du Kritik bekommst, wie gehst du damit um?

Ich schätze konstruktive Kritik sehr, wenn mir jemand sagt was er an meinen Arbeiten mag oder nicht mag. Das hilft mir zu verstehen nicht nur was ich besser machen kann, sondern auch was andere bei Fotos achten.

Trotzdem denke ich dass das Wichtigsten für einen Fotografen ist die eigene Vision umzusetzen und nicht auf den Geschmack anderer zu achten. Deshalb ist es immer schöner mit einem Team zu arbeiten, das dir künstlerischen Freiraum lässt.

 

Hast du ein neues Projekt in Planung, bei dem du uns vielleicht einen kleinen Einblick gewähren möchtest?

Ich habe ganz viele verschiedene Projekte in Planung, von Beauty bis Portraits, von Hairstyles bis Fashion Kampagnen ist alles dabei.

Aber ich will sehr bald ein Outdoor Fashion-Shooting an einer modernen Location machen. Bleib dran für die erste Ergebnisse!

 

Wie würdest du deinen Stil in drei Worten beschreiben?

Du stellst gerne knifflige Fragen, oder?

Ich kann mich daran erinnern, dass ich meine ersten Visitenkarten unter dem Motto „Photos and Dreams“ drucken ließ und träumerisch ist sicherlich ein Wort das ich zum beschreiben meiner Fotos nutzen kann. In der Tat kreiere ich gerne Fotos am Rande der Realität.

Das zweite Wort wäre originell und ja… das mag vielleicht unoriginell klingen, aber lass es mich erklären! Ich glaube dass meine Fotografie reflektieren sollte wer ich bin, sie muss anders sein als die Arbeiten von anderen, weil ich als Fotograf und als Person anders bin als die anderen.

Das dritte Wort, das mir gerade dazu einfällt, ist vielfältig. Ich mag es nicht nur verschiedene Stile in der People-Fotografie zu haben, wie man auf meinen Seiten gut sehen kann,  sondern ich liebe es auch anderes zu fotografieren, wie Landschaften und Städte. Spezialisierung ist gut, aber Fotografie muss auch abwechslungsreich, unterhaltsam und entdeckungsreich sein.

 

Wenn irgendein Fotograf ein Bild von dir machen dürfte, welchen würdest du dir aussuchen?

Hmmm, das auf dem ich am besten aussehe? Ich würde den Fotografen aber nicht beneiden, weil ich mit Fotos sehr pingelig sein kann!

 

Würdest du uns vielleicht noch dein derzeitiges Lieblingsbild zeigen und ein paar kurze Worte dazu sagen?

Meine Präferenzen wechseln ständig, aber hier ist ein Bild das ich zur Zeit sehr gerne mag.

franzesco

 

 

Model: Model Doris O.

H&M: Natalie Junker – Fine Make Up Art

 

Ich würde es als „Team-Leistung“ bezeichnen! Um deine Arbeit großartig zu machen, oder zumindest gut, brauchst du andere die mit dir arbeiten, dich inspirieren und dich motivieren; nicht nur Models, Makeup/Hair Artists und Stylisten (für die People-Fotografie), sondern auch Freunde, Kunden und Kollegen. Ich hatte das Glück viele kreative und inspirierende Leute zu treffen und ohne sie wären meine Fotos vermutlich nur Schnappschüsse.

 

Zum Abschluss – Was würdest du allen angehenden Fotografen für die Zukunft mitgeben?

Wie lang darf meine Antwort auf diese Frage sein? Also ernsthaft, es gibt so viel das ich gerne sagen würde, vor allem denen die gerade erst anfangen! Ich mache das selbst noch nicht lange aber ich würde gerne alles mitteilen was ich bis jetzt gelernt habe, aber ich glaube ich muss mich hier auf ein paar Kernaussagen beschränken. Und selbstverständlich darf jeder gerne mich kontaktieren!

Erstens, du willst umwerfende Fotos machen? Dann tu es einfach! Es kann so überwältigend sein die ganzen Fotos da draußen und die ganzen Dinge die man lernen kann zu sehen. Gut, ich verrate dir ein Geheimnis, es geht um Erfahrung und Übung! Lerne einige Grundlagen und dann geh einfach fotografieren, dann geh und fotografiere mehr und dann geh wieder und fotografiere, fotografiere, fotografiere. Du willst mit einem Model shooten? Frag einfach! Du willst mit einem Makeup Artist shooten? Frag einfach! Du willst etwas von einem Fotografen wissen? Frag einfach! Das schlimmste das passieren kann? Sie sagen nein. Wenn du Begeisterung und Entschlossenheit zeigst, dann ist die Chance groß dass sie ja sagen! Fang klein an, gehe Schritt für Schritt mit Ausdauer und du wirst wachsen. Es ist ein spannender Weg wenn du die Leidenschaft dafür hast, du wirst tolle Leute kennen lernen, du wirst Kunst kreieren die deine Vision zum Leben erweckt und du wirst dich niemals langweilen. Versprochen!

Zweitens, falls es jetzt noch nicht klar ist, es sollte dir bewusst sein dass das ganze viel Zeit und Aufwand kostet. Wenn du dich verbessern willst musst du Fotografie essen, Fotografie schlafen und Fotografie atmen. Wenn dir eines Tages jemand sagt dass du von der Fotografie besessen bist, dann weißt du was? Herzlichen Glückwunsch, so sieht Leidenschaft aus! Du hast die Leidenschaft nicht? Das ist auch nicht falsch aber bitte denk niemals dass das richtige Equipment oder die richtige Kameraeinstellung dir auf magische Weise tolle Fotos herbeizaubert. Und bitte denk auch niemals dass du nicht genug Zeit hast großartige Fotos zu machen, das einzige was du wirklich brauchst ist die Leidenschaft. Du hast die Leidenschaft? Super, dann warte nicht bis morgen, warte nicht mal bis später, schnapp dir deine Kamera jetzt und tu es einfach!

 

Kontakt zu: Francesco Rizzato

 

2017-11-26T13:12:00+00:00

Hinterlassen Sie einen Kommentar

error: Ne lass mal , hier wird nix heruntergeladen !!!