Hallo Frank am Anfang wäre es sehr schön etwas über dich zu erfahren – magst du uns zur Einführung etwas über dich erzählen?

Eigentlich gibt es da nicht soviel erzählen. Ich bin 43 Jahre alt und ambitionierter Hobbyfotograf, mit dem Schwerpunkt der Wildlife Fotografie. Des Weiteren beschäftige ich mich mit Akt Fotografie sowie mit der Musik- und Video Produktion. Dafür habe ich ein kleines Tonstudio.

Für mich eine sehr interessante Frage ist auch, wie bist du überhaupt zur Fotografie gekommen und wie lange machst du das ganze jetzt schon?

„Fotografiert“ oder besser gesagt geknipst hatte ich schon immer. Mit der ersten digitalen Canon Powershot ging es dann los, als das ich mich tatsächlich mit dem Fotografieren beschäftigt habe. Das ist ca. 15 Jahre her. In den letzten 5 Jahren habe ich viele Akt – Shootings gemacht, um in die DSLR Thematik tiefer einzusteigen und mich mit manuellen Einstellungen der Kamera und dem dahinter steckenden Potential vertraut zu machen. Klingt nicht mal für mich logisch, da 90% meiner Bilder halbautomatisch gemacht wurden. Jedoch habe ich davon bei der Fotografie in der Natur profitiert.

Wie kam es dazu, dass du dich hauptsächlich auf Wildlife und Natur ausgerichtet hast?

Die Initialzündung kam auf meiner ersten Afrika Reise. Da habe ich erlebt, was eigentlich Natur ist. Das hat mit der europäischen Definition von Natur, wie ich sie erlebt habe nichts gemein. Überall sind dort Tiere mit denen sich die Einwohner arrangieren müssen, während Diese hier weitestgehend sehr zurückgezogen leben. Wildlife Fotografie ist ein wenig wie Jagen ohne Gewehr. Frustration durch Tage, an denen man nicht interessantes sieht in Wechselwirkung mit dem extremen Glücksgefühl, wenn man ein tolles Motiv eingefangen hat. Ich denke dass macht für mich die Faszination aus.

Wie würdest du deinen Stil in drei Worten beschreiben?

Ich weiß nicht ob man bei mir wirklich von Stil reden kann. Denn das Problem ist ja, dass die Modells immer weglaufen wollen und das tatsächlich auch leider viel zu oft tun. Oder es regnet, staubt und das Gefährt wackelt. Da bleibt nicht viel Platz für den Einsatz von Stilmitteln – in den meisten Fällen nicht einmal die Möglichkeit ein Stativ aufzustellen. Jedoch versuche ich immer das Beste aus der jeweiligen Situation rauszuholen. Deshalb denke ich, ist das ein oder andere Bild gelungen.

Ist dir mal etwas Besonderes passiert, als du im Ausland warst und willst du uns davon erzählen?

Gerne! Als ich 2013 in Botswana unterwegs war, wenn ich ehrlich bin fürchte ich mich immer noch. Was war geschehen? Es war ein Trip in Iglozelten durch die dortigen Nationalparks Okavango Delta, Savuti und Chobe. Gezeltet wurde irgendwo in den Nationalparks in der freien Natur ohne Zaun und Waffen. Das Löwengebrüll und Tiergeräusche neben den Zelten war schon etwas ungewohnt um nicht zu sagen, dass sich die ersten Nächte sehr furchterregend gestalteten. Einen Tag im Okavango Delta werde ich jedoch nie vergessen. An diesem sind wir zum Sonnenaufgang zu Fuß durch das Delta gewandert, bogen um einen Busch und ein Elefant stand ca. 8-10 Meter vor dem ersten Mann in unserer Reihe. Glücklicher Weise hat der kein Junges dabei gehabt und sich mehr erschrocken als wir. Er trabte ab, der Boden bebte. Die gewaltige Kraft des Tieres war durch den vibrierenden Boden zu spüren. Überrascht war ich auch über das Tempo, auf das der Elefant beschleunigte. Da wurde mir erst richtig bewusst, im Ernstfall hätte man es schwer da weg zu kommen. Danach hat mich fast eine Horde Warzenschweine umgelaufen, welche aus Ihrem im Busch versteckten Loch sprinteten. Zum Sonnenuntergang sind wir mit dem Einbaum auf dem Okavango unterwegs gewesen, wo ein riesen Hippo einen Warnangriff auf uns durchführt hat. Der Abstand betrug ca. 15 Meter. Als ich mich dann Nachts, gefürchtet vom Tag, zum schlafen ins Zelt verdrückt hatte, wurde ich unsanft von einer Horde Affen geweckt, welche unser Lager wegen jagender Raubtiere brüllend und kreischend in Beschlag genommen hatten. Entspannung war das irgendwie nicht. ☺

Hast du ein neues Projekt in Planung, bei dem du uns vielleicht einen kleinen Einblick gewähren möchtest?

Es kommt definitiv das nächste Abenteuer. Lasst Euch einfach überraschen. Im Moment möchte ich noch nicht darüber plaudern, da einige Optionen gerade geplant werden.

Wenn irgendein Fotograf ein Bild von dir machen dürfte, welchen würdest du dir aussuchen?

Da habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht. Richard Gress ist zwar kein Fotograf, aber der dürfte mich ablichten. ☺

Würdest du uns vielleicht noch dein derzeitiges Lieblingsbild zeigen und ein paar kurze Worte dazu sagen?

© Frank Struckmann

© Frank Struckmann

Gerne! Dieses Bild ist bei dem zuvor geschilderten „Hippo Angriff“ entstanden. Oft verbinden einen die Momente mit dem Motiv. Das Bild ist qualitativ, im Rahmen eines Hochglanzkalenders, nicht unbedingt zur Veröffentlichung der Knaller. Die Bedingungen unter denen es entstanden ist macht es jedoch zu meinem Lieblingsbild. Angstschweiß, wackelnder Einbaum und zu dunkle Bedingungen kann man leider in dem kurzen Moment des Geschehens schwerlich transportieren. Da war ich froh überhaupt ein Bild davon zu haben.

Zum Abschluss – Was würdest du allen angehenden Fotografen für die Zukunft mitgeben?

In der Wildlife Fotografie kann man sich leider nicht das Modell zurechtstellen. Obwohl das einige Fotografen machen, habe ich gehört. Das ist jedoch nicht mein Ding. Wichtig ist vielmehr, dass die Vorbereitung passt und Ihr die Kamera am besten im Dunkeln bedienen könnt. Genauso verhält es sich mit Akkus und Speicherkarten. Die dürfen einem nicht im entscheidenden Moment ausgehen – und wenn ja, müsst Ihr nachladen können wie Rambo im Schützengraben das Magazin wechselt. Das hat mir so einige tolle Bilder eingebracht, während andere bildtechnisch leer ausgingen. Der richtige Moment ist in der Natur leider allzu oft nur für einen Wimpernschlag vorhanden.