Interview mit „Helmut Minten“

INTERVIEW we-are-photography.com

Hallo Helmut Minten, zu Anfang wäre es schön erst einmal etwas über dich zu erfahren! Woher kommst du und könntest du mir vielleicht etwas über dich und wie du zur Fotografie gekommen bist erzählen?

Vielen Dank, dass Ihr mich zu diesem Interview eingeladen habt. Ich freue mich sehr, Euch etwas über meinen Weg zur Fotografie zu erzählen…

Ich komme aus Bonn. Bin hier geboren und lebe immer noch gerne hier. Ich bin 53 Jahre alt, ausgebildeter Facharzt für Innere Medizin, arbeite aber seit 15 Jahren als Referent im Bereich `Gesundheitsmanagement´ bei einem großen deutschen Konzern.

Zur Fotografie, wie ich sie jetzt betreibe, bin ich Ende 2012 gekommen. Man könnte eigentlich sagen, zurückgekehrt. Mich hat die Fotografie immer interessiert, aber ehrlich gesagt, habe ich die Dinge, wie Blende, Verschlusszeit oder ISO-Wert nie so wirklich verstanden.

Ende 2012 habe ich mir eine Systemkamera von Panasonic gekauft und dachte mir, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, das Ganze mal von Grund auf zu lernen und richtig anzugehen.

Zur ersten Frage noch ein kleiner Zusatz; Was motiviert dich und woher holst du deine Motivation?

Ich bin neugierig, experimentierfreudig und lerne gerne dazu. Das beantwortet schon diese Frage. Die Fotografie bietet mir ein großes Feld, diese Dinge auszuleben. Persönlich glaube ich aber auch daran, dass für mich Erinnerungen wichtig sind und so diente und dient die Fotografie immer als Dokumentation.

Du bist ja stolzer Nutzer des Olympussystems. Wie kam es dazu, was sind deine Vor- und Nachteile gegenüber deinem alten Nikonsystem?

Wie lang soll das Interview werden? – Nein, im Ernst! Das ist eine lange Geschichte, aber um es kurz zu machen, es war eigentlich nur eine Art von „Kurzschlussreaktion“, die dem Ärger mit den Produkten und dem Service von Nikon geschuldet war. Ich habe den Schritt aber nie bereut.

Wenn ich ehrlich bin, fallen mir keine Nachteile ein. Am Anfang dachte ich, die „Krone der fotografischen Schöpfung“ sei eine Vollformatkamera. Es wurde mir aber schnell bewusst, dass das für meine Art der Fotografie, mal abgesehen vom Preis und dem Gewicht des Equipments gar nicht notwendig ist. – Im Gegenteil, die besonderen Funktionen der Kameras von Olympus, wie das „Live-Composite“, machten mir die Arbeit sogar leichter und öffneten ganz neue Möglichkeiten.

Was ist das Spannende oder Wichtigste was du durch die Fotografie gelernt hast?

Ich finde den Entwicklungsweg zu einem Bild spannend und es ist für mich auch das Wichtigste am Fotografieren. Es ist eine Art Experiment. Natürlich zählt auch das Ergebnis und ich freue mich wie ein Kind, wenn das herauskommt, was ich mir vorgestellt habe, aber der Weg dahin ist genauso erfüllend.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Puuh! Schwere Frage, die ich ehrlich gesagt, nicht beantworten kann. Wenn man es so auslegt, dass man Bilder sieht und sagt: „Mensch! Die sind doch von…“ Dann habe ich meinen Stil noch nicht gefunden. Das Wichtige ist die eigentliche Bildaussage und im Moment bin ich in unterschiedlichen Bereichen unterwegs. Ich stelle aber auch fest, dass sich bei manchen Themen ein gewisser Stil prägt. Bin gespannt, ob das so bleibt!?…

Wie sieht bei dir die Planung von einer konzeptionellen Idee bis zum Endprodukt aus? Hast du öfter mal Angst deine Ideen nicht perfekt umzusetzen?

Mensch, das ist aber jetzt schon „Tiefenpsychologie“! – Wenn man mal die Streetfotografie außen vorlässt. Denn da geht es nach dem „Forrest-Gump-Prinzip: „Du weißt nie, was Du kriegst!“ – Dann, ja dann, bin ich ein Perfektionist! Ich verbringe viel Zeit bei den Vorbereitungen meines „Experimentes“! Und „Angst“ habe ich auch, aber das ist eigentlich verkehrt. Ich mache das Bild und weiß, dass es immer besser sein und werden könnte. Liegt darin eigentlich nicht die Weisheit!? Wenn jemand kommt und sagt, das oder jenes hätte man so oder so machen können und Du stellst fest, dass er Recht hat…Bringt Dich das um oder näher zum Ziel!?…

Bei dir findet man hauptsächlich Street- und Landschaftsfotografie. Wie kam es dazu und was für Gefühle versuchst du damit im Betrachter auszulösen?

Hey, Moment mal! Ich wäre sofort bereit, die nächsten Arbeiten bei „Germany´s Next Top Model“ zu übernehmen!…Okay, das war ein Scherz, aber es ist auch was Wahres dran…Ich finde Portraits bzw. Bilder von Menschen faszinierend und damit meine ich vor allem „Charakterportraits“. Ich habe aber totale Schwierigkeiten den „Knoten zu lösen“, den viele Menschen haben, wenn sie wissen, dass sie fotografiert werden! – Ich hoffe, Ihr versteht, was ich sagen will. Deswegen liebe ich die Streetfotografie.

Ich, und das gilt auch für meine Art von Landschaftsfotografie eher noch die Langzeitbelichtung oder das Panorama der Landschaft, möchte Euch mitnehmen auf die Weise, so wie ich mir das Motiv vorstelle…Es geht aber natürlich auch im Stimmungen und Gefühle. Diese versuche ich mit den Titeln meiner Bilder zu verstärken.

Du warst in letzter Zeit viel auf Fotoreise, auch mit Frank Fischer. Was motiviert dich an diesen Fotoreisen und was war bislang die schönste die du jedem mal empfehlen würdest.

In letzter Zeit ist gut! Die Reisen mit der FF-Fotoschule begleiten den kompletten Weg seit Anfang 2013. Damals, und damit sind wir schon bei den Empfehlungen, kam ich relativ frustriert aus Kursen bei Volkshochschulen und so genannten Fotoakademien und wollte endlich fotografieren lernen! Warum nicht im Rahmen einer schönen Reise nach Mallorca!? BINGO! Ich habe vieles auf dieser und den folgenden Reisen gelernt.

Manche Reisen habe ich auch nur wegen des Reiseziels gemacht, wie etwa die Reise zum Karneval nach Venedig. Gelernt (und viiiiiel Spaß gehabt!) habe ich aber auf allen Reisen! Die schönste Reise, die ich gemacht habe, ist die letzte Reise nach Shanghai. Die war einfach grandios!.

Was wäre deine Traum Location für eine Fotoreise?

Das aktuelle Traumziel für eine Fotoreise ist im Moment Namibia. In Anbetracht der Größe des Landes und der Wege, die man zurücklegen muss, wollte man die wichtigsten Spots erreichen, ist das aber wohl auch ein Ziel für mehrere Reisen.

Wenn du Kritik bekommst, wie gehst du damit um?

Ehrlich!? Ganz schlecht! Manchmal bin ich dann kurz davor, meine ganzen Sachen zu verkaufen und mir eine „Strick-Liesel“ zu kaufen…Aber natürlich ist das falsch!  Wie ich schon gesagt habe, ist mein Ziel ein Bild zu machen und zu wissen, dass es immer besser sein und werden könnte. Wenn jemand kommt und sagt, das oder jenes hätte man so oder so machen können und ich stelle fest, dass er Recht hat… versuche ich das anzunehmen. Das ist der Weg des Lernens! Nee, eigentlich normal?!…

Hast du ein neues Projekt in Planung, bei dem du uns vielleicht einen kleinen Einblick gewähren möchtest?

Dieses Jahr habe ich das Thema „Kiosk“ auf dem Schirm. Mann, diese Dinger kennt doch jeder!? Ich fand das spannend genug für ein Projekt. Ich denke sogar, dass es ein längerfristiges Projekt wird…Wer mag, kann hier ein paar Eindrücke finden:

https://500px.com/helmutmintenphotography/galleries/kiosks

Bearbeitest du viel an deinen Bildern und magst du uns vielleicht ein Vorher/Nachher Beispiel zeigen?

Ich finde, das ist relativ. Ich bin weder der Purist, der meint, dass die Bilder gezeigt werden, so wie sie aus der Kamera kommen, noch hab´ ich genug im Bereich „Photoshop“ drauf, dass ich richtig an meinen Bildern „herumbastelte“ , aber ich gebe meine Bilder so (bearbeitet) heraus, wie ich sie sehen möchte.

Hier ein Beispiel:

Unbearbeitet Helmut Minten

Unbearbeitet Helmut Minten

Bearbeitet Helmut Minten

Bearbeitet Helmut Minten

Würdest du uns vielleicht noch dein derzeitiges Lieblingsbild zeigen und ein paar kurze Worte dazu sagen?

Dieses Bild ist die Umsetzung meiner beiden Lieblingsbereiche. Die Street- bzw. Peoplefotografie mit dem Bereich „Langzeitbelichtung“. Das ist einfach der Hammer! Kein „Photoshop-Schnick-Schnack“!, sondern eine Idee, die sich durch fotografische Skills umsetzen lässt.

Shanghai Langzeitbelichtung Helmut Minten

Shanghai Langzeitbelichtung Helmut Minten

Zum Abschluss – Was würdest du allen angehenden Fotografen für die Zukunft mitgeben?

Einfach?! – „Lasse reden!“ und „Geh´ Deinen Weg!“…

Möchtest Du Erinnerungen festhalten oder hast Du das Gefühl, dass die Fotografie der Weg ist, Deine Sicht der Dinge oder Deine Gefühle oder einfach irgend Etwas festzuhalten…

„Geh´ Deinen Weg!“ Egal, ob mit dem Handy oder einer einfachen „Knipse“, mach´ Deine Bilder! – Vielleicht wirst Du irgendwann feststellen, ob Du etwas anderes brauchst, um Dich auszudrücken! – Frag´ Dich dann, was DU für Deine Art der Fotografie brauchst und mit was Du am besten zurechtkommst!…

‚Lasse reden!“ – Schließt eigentlich an das oben Gesagte an. Mach die Bilder, so wie Du sie siehst und nicht, um anderen zu gefallen.  Wisse, dass es immer besser sein und werden könnte. Wenn jemand kommt und sagt, das oder jenes hätte man so oder so machen können und Du stellst fest, dass er Recht hat… versuche das anzunehmen. Das ist der richtige Weg!

Wo findet man mehr von Dir?

Mein Blog:

http://lumix-myfriend.blogspot.de/?m=0

Auf Facebook:

https://www.facebook.com/Helmutmintenphotography/

Fotos und Gallerien:

https://500px.com/helmutmintenphotography/galleries

2017-11-26T13:11:56+00:00
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