Zum Anfang wäre es toll, etwas über dich und deine Fotografie zu erfahren. Bei dir zum Beispiel, wäre es sehr interessant, da du ja ein Quereinsteiger bist.

Woher holst du deine Motivation zur Fotografie?

Bei mir ist das komisch. Viele Ideen kommen mir durch andere Fotografen, Kollegen oder Teilnehmer von Workshops. Ich sehe Probleme oder Wünsche anderer und versuche diese dann durch meine Ideen zu erweitern. Teilweise sehe ich Filme oder Szenen im Kopf aber eigentlich werde ich sehr visuell fremd-motiviert. Es können auch Mini-Momente auf der Straße oder im Leben sein. Wobei ich ebenfalls auch zugeben muss, dass ich bisher nie die Zeit genommen habe, um Bildstrecken mit Ideen umzusetzen.

 

Der Prozess, von der Idee zur Umsetzung und dann zur Bildbearbeitung und Veröffentlichung eines Bildes ist lange. Wie läuft das alles bei dir ab?

Ich fotografiere zu viel und zu schnell. Bei mir ist das ein sehr kurzer Prozess. Auch geschuldet der Tatsache, dass ich zu viel fotografiere und zu wenig Zeit habe. Ist nicht gut, sollte nicht so sein, aber ist eben so.

 

Wie würdest du das perfekte Bild beschreiben?

Für mich ist es perfekt in vielerlei Hinsicht. Model, Pose, Licht, Outfit und Inhalt. Ich fotografiere ja nur platte Fotos. Fotos die wie Chips sind. Einmal angefangen kann man nicht mehr aufhören, aber das Vergnügen ist schnell vorbei. Ich finde Fotos die langfristig leben sind besonders toll.

 

Gibt es eine Fotografie, die dich kürzlich inspiriert hat und willst du uns diese zeigen?

Ich finde aktuell die Arbeiten von Oliver Rath extrem gut. Klar, ich bewundere seinen Mut und seine Ausgeflipptheit. Aber für mich ist das eben aktueller Zeitgeist. Fotografie ist Mode und die darf sich ruhig krass verändern. Manch einer schimpft den Stil vielleicht abartig aber ich finde es völlig legitim so zu fotografieren. Man muss auch als Fotograf nicht 1:1 einen Stil imitieren. Das geht nie gut. Es reicht ja sich davon inspirieren zu lassen.

 

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich mag Licht und Farben. Auch wenn ich aktuell immer farbloser werde, so finde ich Licht doch sehr ausschlaggebend. Ich spiele aktuell sehr viel mit weichem, kontrastreichen Licht. Im Gegensatz dazu steht aktuell aber auch meine Fotografie mit direkten Lichtquellen, die dem Aufklappblitz sehr ähnlich sind. Es ist eine Mischung aus Lichtverkünsteln und Lichtreduzierung.

 

Was sind drei einzigartige Dinge, die dich und deine Werke von den anderen abheben?

Ich wüsste kein einziges Element. Es wäre meiner Meinung nach völlig abgehoben zu denken, dass Einzigartigkeit in der Fotografie besteht. Es gibt alles irgendwo anders und jeder hat irgendwo jemand der etwas sogar besser kann als man selbst. Ich denke zu erkennen, dass es ein konstantes Streben nach einem „Anders“ ist, hebt einen schon ab. Und auch wenn ein Foto 1:1 eine Idee-Kopie sein sollte, dann ist es doch immer auch anders. Gleich gibt es nicht aber auch nicht wirklich anders.

 

Du nennst auf deiner Homepage 4 Kategorien (Sex Sells, Schwarzweiß, Potraits und Brautmoden) – bei welcher von diesen gehst du am meisten, in der Liebe zur Fotografie auf?

Brautmoden gefallen mir einfach am Meisten. Allerdings gibt es nicht so viele Hersteller und die haben auch nur immer eine Kollektion pro Jahr. Ist also nicht so, dass man das täglich fotografiert. Ich finde bei Brautmoden kommt Weiblichkeit und Eleganz zusammen und man kann durch die großen Kleider extrem gut als Fotograf spielen. Location, Licht… es ist viel möglich und die Looks sind grandios unterschiedlich.

 

Hast du derzeit ein Lieblingsbild, welches du uns zeigen und ein paar kurze Worte darüber sagen könntest?

Nein, ich mag kein Foto von mir… also ich find sie ok, aber grundsätzlich mag ich die Bilder alle nicht ☺ Ich will besser werden.

 

Zum Abschluss – Was würdest du allen angehenden Fotografen für die Zukunft empfehlen?

Mhhh…. schwierige Frage. Ich denke es geht um Regelbrüche. Seit einigen Jahren wandelt sich die Fotografie, weg von Regeln hin zu Brüchen.
Kontakt zu Martin Krolop