Interview mit „Stefan Schaal“

Hallo Stefan, zu Anfang wäre es schön erst einmal etwas über dich und deine Fotografie zu erfahren.

Hi! Mein Name ist Stefan Schaal, ich bin 21 Jahre alt und komme ursprünglich aus Los Angeles. Zurzeit wohne und studiere ich in der Nähe von Frankfurt. Nebenher fotografiere ich mit Fokus auf People und Lifestyle und gebe Coachings. Angefangen zu fotografieren habe ich vor 5 Jahren aus Faszination an schönen Aufnahmen die ich im Internet und in Galerien gesehen habe. Ich darf mich glücklich schätzen, in den vergangenen Jahren viel mit der Fotografie erlebt zu haben und herumgekommen zu sein.

Was ist das Spannende oder Wichtigste was du durch die Fotografie gelernt hast?

Dass Lernen und Weiterentwicklung ein ewiger Prozess ist, wird in der Fotografie besonders deutlich. Man muss an sich arbeiten um dort hin zu kommen wo man möchte. Es ist seltsam und zugleich interessant, an die Anfänge zurückblicken zu können und zu sehen wie weit man gekommen ist. Ich bin gespannt wohin der Weg gehen wird.

Du hast für das Holi Festival in Stuttgart Fotos gemacht, wie hast du dich dafür vorbereitet? Und wie fühlt es sich an, dass ein Foto von dir auf fast allen Holi-Festival Plattformen zu sehen ist?

Das Holi Festival of Colors in Stuttgart zu fotografieren war einer der interessantesten Umgebungen in der ich bisher fotografiert habe. Das größte Holi Festival in Deutschland. Es war laut, staubig und heiß. Im Voraus habe ich mir Gedanken um die Location gemacht. Von wo kann ich fotografieren? Wie ist das Gelände strukturiert? Wann finden Schlüsselmomente statt? Wie fange ich einen einzigartigen Moment ein? Ich habe mir eine technische Übersichtskarte besorgt und zusätzlich habe ich mir Luftaufnahmen der Location (Flugfeld) angeschaut. Dadurch wusste ich wann die „Big Throws“ bei dem alle das Farbpulver in die Luft werfen, stattfinden und habe mir zu jedem Ereignis eine andere Perspektive gesucht. Einmal stand ich auf einem Feuerwehrfahrzeug, mal mitten in der Menge vor der Bühne, auf einem angrenzenden Hotel-Aussichtsturm zu dem ich mir die Erlaubnis geholt habe, usw. Wichtig war auch auf das Equipment zu achten. Die Kamera ist zwar nur ein Werkzeug aber man muss Defekte ja nicht provozieren 😉 Die meisten teureren Kameras und Objektive sind auch vor leichten Wasser- und Staubeinflüssen geschützt, aber da das Holi-Pulver so fein ist, habe ich mir Regenschutzhüllen und Frischhaltefolie genommen und um meine Kamera gewickelt um Staubeinschlüsse zu verhindern. Die Kamera und das Objektiv waren somit gut geschützt, mussten allerdings dann auch blind bedient werden, weil man nichtmehr durch die Folien schauen konnte. Am Ende des Tages war meine Ausrüstung dann unbeschadet aber meine Augen musste ich mir von den dort anwesenden Sanitätern ausspülen lassen, weil ich sie vor lauter Staub kaum noch offen halten konnte. Ich musste ja noch durch die Kamera schauen, als jeder andere die Augen schon lange geschlossen hatte. Es hat mich gefreut, dass meine Arbeit auch von anderen so geschätzt wird.

Wie bereitest du dich auf ein Fotoshooting vor?

Für freie Projekte habe ich meist ein Konzept oder eine Geschichte im Kopf die ich im Voraus mal mehr, mal weniger ausarbeite. Dann telefoniere oder treffe ich mich mit dem Model um das Konzept zu besprechen und Dinge wie Location, Outfits, Make-Up und Verträge durchzugehen. Am Shootingtag selbst kontaktiere ich nochmal alle Beteiligten und checke meine Ausrüstung und das Wetter, da ich gern on Location arbeite. Ich versuche so wenig wie möglich mitzunehmen um mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

Hast du ein neues Projekt, oder Shooting in Planung – von der du uns vielleicht etwas erzählen möchtest?

Ideen habe ich sehr viele, viel mehr als ich Zeit dafür habe. Geplant sind dieses Jahr Berlin, London, Italien und weitere. Du darfst auf jeden Fall auf die kommenden Monate gespannt sein!

Wie würdest du deinen Stil in 3 Worten beschreiben?

Schlicht, modern, authentisch.

Du gibst deinen Fotostrecken Namen, woher kommen diese? Einfache Inspiration oder ist alles sehr wohl überlegt?

Manche Serien haben simple, deskriptive Namen, andere eine Bedeutung, die ich versuche in den Fotos rüberzubringen. Jedoch so offen, dass sich jeder noch selbst Gedanken darüber machen kann.

Durch wen oder wie kommen dir die Ideen für dein nächstes Shooting?

Am liebsten lasse ich mich durch das Leben, Musik, Fotos und Film inspirieren. Ich gehe sehr gern ins Kino. An ein visuelles Meisterwerk oder einen anspruchsvollen Film kann ich noch Wochen später denken.

Zum Abschluss – Was würdest du allen angehenden Fotografen für die Zukunft mitgeben?

Selbst-Reflexion.

2016-06-11T11:38:10+00:00
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